Wie Landwirtschaftsbetriebe kämpfen
Klimawandel
Landwirte kämpfen nicht nur an vorderster Front gegen die Auswirkungen des Klimawandels, sondern arbeiten aktiv an der Bekämpfung seiner Ursachen.
Man and woman farmer inspecting corn field data on a tablet

Die Beziehung der Menschheit mit der Erde geruht auf Nehmen und Geben. Was wir nutzen, müssen wir versuchen zu ersetzen. Die Umsetzung dieses einfachen Gedankens erfordert jedoch allergrößten menschlichen Einfallsreichtum. Nur wenige Menschen verstehen dies besser als diejenigen, die für den Anbau unserer Nahrung zuständig sind. 

 

Landwirte sind auf beständige Wettermuster angewiesen und treffen täglich Entscheidungen anhand der Wetterbedingungen, die sich auf das Gedeihen ihrer Anbauprodukte auswirken. Wenn also diese Muster aufgrund eines sich ändernden Klimas weniger vorhersehbar oder extremer werden, sehen sie sich gezwungen, neue Lösungen zu finden. Durch neu Entwicklungen und sich ständig weiterentwickelnde Verfahren reagiert die Landwirtschaft nicht nur auf den Klimawandel, sondern arbeitet auch daran, ihn einzudämmen.

 

Der Kampf gegen den Klimawandel in den Landwirtschaftsbetrieben 

 

Ein sich veränderndes Klima kann dazu führen, dass Dürren trockener und Regenfälle heftiger sind; Winde und extreme Wetterbedingungen bedeuten eine größere Bedrohung der Ernten. Innovative Entwicklungen in der Landwirtschaft helfen den Landwirten jedoch, mit diesen schwierigen Klimabedingungen umzugehen. 

 

Nicht alle Höfe sind Flachland-Betriebe. Die meisten haben höher gelegene Flächen, die schnell trocknen, und niedrig gelegene Flächen, an denen sich Wasser sammelt. Heutzutage können ferngesteuerte Sensoren Faktoren wie den Feuchtigkeits-, Stickstoff- und Phosphorgehalt im Boden messen und den Landwirten anzeigen, wann ein bestimmtes Gebiet dringend Wasser braucht und wann ein anderes ausreichend mit Wasser versorgt ist. Diese Informationen können während einer Dürre entscheidend sein, wenn von den Landwirte ein strategischer Einsatz von Wasser gefordert ist. 

Kleinwüchsiger Mais (rechts) wächst tiefer als der Boden, wodurch er stabiler wird und bei starkem Wind weniger wahrscheinlich reißt. Dank seiner Höhe können die Landwirte den Pflanzenschutz in der Spätsaison direkt aus der Luft auf die Pflanze sprühen.
Kleinwüchsiger Mais (rechts) wächst tiefer als der Boden, wodurch er stabiler wird und bei starkem Wind weniger wahrscheinlich reißt. Dank seiner Höhe können die Landwirte den Pflanzenschutz in der Spätsaison direkt aus der Luft auf die Pflanze sprühen.
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Was könnte während einer Dürre außerdem nützlich sein? Wie wäre es mit einer Pflanze, die so gezüchtet wurde, dass sie diese verträgt? Dürreresistentes Saatgut trägt dazu bei, dass das Ackerland auch in Trockenzeiten produktiv bewirtschaftet werden kann. Und wir sind auch auf stürmische Wetterbedingungen vorbereitet. Bayer blickt nach vorn und arbeitet aktiv an Lösungen, wie z. B. kurzwachsender Mais - eine Zucht, mit geringerer Wuchshöhe. Auf diese Weise ist es weniger wahrscheinlich, dass die Pflanzen bei starkem Wind abbrechen, was den Ernteverlust nach einem Sturm verringert.

 

Kohlenstoff ist heutzutage ein Schimpfwort, aber mit dem sechsten Element im Periodensystem ist nichts von Natur aus falsch. In der Tat ist es wichtig für das Leben auf der Erde. Das Problem ist, wenn zu viel Kohlendioxid unkontrolliert in die Atmosphäre abgelassen wird. Bayer setzt sich für eine klimaneutrale Zukunft der Landwirtschaft ein. Ein wesentlicher Teil davon ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in landwirtschaftlichen Bereichen. Durch digitale Tools, eine verbesserte Pflanzengenetik und ein besseres Wasser- und Bodenmanagement setzt sich Bayer dafür ein, die Treibhausgasemissionen von Feldfrüchten in wichtigen Agrarmärkten bis 2030 um 30 Prozent zu senken.

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Weniger Methan-Emissionen durch robusteren Reis

 

Bis 2050 wird sich die weltweite Nachfrage nach Reis verdoppeln. Zu dieser Herausforderung kommt die zunehmende Unsicherheit der Wasserressourcen weltweit hinzu, insbesondere in Teilen Asiens, wo ein Großteil des globalen Reisanbaus stattfindet. 

 

Die traditionelle Reisumpflanzung, bei der die Landwirte junge Setzlinge einzeln von Hand in geflutete Reisfelder umpflanzen, ist arbeits- und wasserintensiv. Für die Produktion eines Kilogramms Reis werden etwa 5000 Liter benötigt. Darüber hinaus schafft sie günstige Bedingungen für Methan-emittierende Bakterien. Aus diesem Grund hat Bayer neue Hybrid-Reissorten entwickelt, die direkt auf trockene Felder gepflanzt werden können. 

 

Hybride hinterlassen einen um 19% geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck als andere herkömmliche Sorten und können mit Hilfe einer Bodenfräse gepflanzt werden. Diese Innovationen senken die Methan-Emissionen, verringern die Wasserabhängigkeit und tragen dazu bei, die körperliche Arbeitsbelastung der Bauernfamilien in ganz Asien zu verringern.

 

Einfach ruhen lassen

 

Bisher gruben die Landwirte ihre Felder am Ende jeder Saison um, um Unkraut zu entfernen. Dank besserer Unkrautbekämpfung können sie den Boden nach der Ernte ruhen lassen. Dies hat einen doppelten Nutzen für das Klima: Kohlenstoff wird im Boden gebunden, den die heranwachsenden Pflanzen nutzen können, und CO2-Emissionen werden reduziert, indem die Laufzeit der Traktoren verkürzt wird. Wie viele moderne landwirtschaftliche Verfahren spart eine konservierende Bodenbearbeitung den Landwirten Ressourcen wie Zeit und Energie und ist gleichzeitig nachhaltiger.

 

Erhaltung der Biodiversität

 

Erhaltung bedeutet, alles Notwendige zu unternehmen und gleichzeitig weniger zu verbrauchen. Vor der Grünen Revolution - eine Zeit, die durch entscheidende Fortschritte in der Pflanzenbiologie in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt war - nahm der Anbau eines Scheffels Mais dreimal so viel Land in Anspruch wie heute. 

 

Unser Planet wird nicht größer, aber unsere Forderungen an ihn steigen. Deshalb sucht die Landwirtschaft nach Wegen, um auf dem Land, das wir bereits landwirtschaftlich nutzen, einen ausreichenden Ertrag zu erzielen. Effizienteres Saatgut ermöglicht bessere Ernten, ohne die landwirtschaftliche Nutzfläche auszuweiten. Dies fördert die biologische Vielfalt und erhält „Kohlenstoffsenken“ wie Wälder, die durch natürliche Prozesse Treibhausgase binden.

 

Gleichzeitig helfen neue digitale Tools und Datenanalysen, die Inputs wie Wasser, Dünger und Pflanzenschutz messen und kontrollieren, den Landwirten dabei, genügend Erzeugnisse zu produzieren, ohne den Planeten dabei zu zerstören.

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Die Luft, die wir atmen

 

Die Erfindung von Stickstoffdüngern ermöglichte es den Landwirten, den Nahrungsmittelbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung im Laufe des 20. Jahrhunderts zu decken. Dank dieser Innovation konnten Milliarden von Menschen ernährt und unzählige Leben gerettet werden. Allerdings stammen heute 3% der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Verwendung und Herstellung dieser Düngemittel. Deshalb hat Bayer zusammen mit Ginkgo Bioworks das Joint-Venture „Joyn Bio“ gegründet, das sich zum Ziel gesetzt hat, Bodenmikroorganismen und ihre Stickstoff fixierenden Gene zu nutzen, um Nutzpflanzen wie Mais, Weizen und Reis dabei zu helfen, Stickstoff direkt aus der Luft zu gewinnen und so die Abhängigkeit der Landwirte von synthetischen Düngemitteln zu verringern. Eine nachhaltigere Zukunft bedeutet, auf unsere besten Lösungen noch bessere Antworten zu finden. 

 

So wie sich das Klima verändert, wird sich auch die Landwirtschaft verändern. Lösungen wie die, an denen Bayer arbeitet, helfen Landwirten, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Der Klimawandel ist eine Bedrohung, der wir alle entgegenwirken müssen; Innovationen in Wissenschaft und Technologie helfen den Landwirten dabei, eine Vorreiterrolle zu übernehmen.