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Julia forscht nach:
Biodiversität? Was ist das überhaupt?
Julia Köbele standing in a field

Es gibt Fragen, mit denen rechnet man nicht wirklich. Mein dreijähriger Sohn scheint darauf spezialisiert zu sein. „Und Mama“, fragte er, „warum ist der hier wichtig?“ Dabei zeigte er auf einen schwarz-roten Käfer im Vorgarten. Dass es eine Feuerwanze war, das konnte ich noch erklären. Aber mal ehrlich, wer weiß schon auf Anhieb, was Feuerwanzen so tun? Ein paar Tage vorher hatte ich ihm gesagt, dass alle Tiere wichtig sind und ihm erklärt, dass Regenwürmer den Boden locker machen. Aber Feuerwanzen? Heute weiß ich’s: Sie saugen Blattläuse und andere Schädlinge aus.

 

Die Vielfalt, die die Natur hervorbringt, hat mich schon immer fasziniert. Im Wildpark bin ich früher immer lange bei den Vögeln und Amphibien stehengeblieben - weil denen niemand große Aufmerksamkeit schenkte. Den Begriff Biodiversität lernte ich erst später kennen. Und seit ich bei Bayer Crop Science arbeite, beschäftigt er mich praktisch jeden Tag. Auch weil er so oft missverständlich benutzt wird. Denn er bezeichnet ja nicht nur die Vielfalt der Arten - allein in Deutschland haben wir etwa 71.900 Tier- und Pflanzenarten. Biodiversität beschreibt auch genetische Vielfalt. Sie sorgt dafür, dass sich Arten an veränderte Bedingungen anpassen. Und der Klimawandel macht uns deutlich, wie sehr wir alle darauf angewiesen sind. Genetische Vielfalt ist sozusagen die Überlebensstrategie der Natur.

 

Viele Arten bilden gemeinsam ein Ökosystem. Zum Beispiel die Heide. Oder die Alpen. Auch deren Vielfalt wird als Biodiversität bezeichnet. 660 verschiedene Ökosysteme haben wir in Deutschland. Und nur wenn die intakt sind, können sie zum Beispiel Wetterextreme abfedern. Allein dadurch sind sie auch so etwas wie unsere gemeinsame Lebensversicherung.

 

Tatsächlich könnten wir Menschen ohne Biodiversität nicht überleben. Sie sichert unsere Nahrung. Schließlich stammen alle Nutztiere und Kulturpflanzen von wildlebenden Arten ab. Sie fördert unseren Wohlstand. Denn die Natur liefert die besten Vorbilder für Erfindungen (wie etwa die Klettpflanze für unseren Klettverschluss). So erhält die Natur auch unsere Gesundheit - weil auch Arzneimittel sich oft an dem orientieren, was in der Natur schon funktioniert.

 

Lauter Gründe, die Biodiversität zu schützen. Denn wir alle brauchen sie. Und zwar aus dem wichtigsten Grund überhaupt: um zu überleben.

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Ich frage mich, ob wir uns das überhaupt klarmachen, wenn vom Artensterben die Rede ist: Wir denken dabei vielleicht an exotische Tiere – aber ohne Biodiversität wird selbst die Spezies Mensch Teil des Artensterbens sein.

 

Auch deshalb bin ich froh, dass ich an dem Thema beruflich arbeiten kann. Weil es hier sehr konkret um die Zukunft - auch die meiner Kinder - geht.

 

Faszinierend finde ich, dass wir längst noch nicht alle Arten entdeckt haben. Diese Aufgabe wäre allerdings auch gigantisch. Vor kurzem habe ich gelesen, dass weltweit eine Milliarde Mal mehr Bakterien im Boden zu finden sind, als es Sterne im Weltall gibt! Ich hab’s mir gemerkt. Falls mich mein Sohn mal fragen sollte.

Julia Köbele
Julia Köbele
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Julia Köbele arbeitet bei Bayer CropScience Deutschland im Bereich Nachhaltigkeit und kümmert sich dort vor allem um Projekte und Initiativen im Bereich Biodiversität. Dazu gehört u.a. die Zusammenarbeit mit Landwirten und Naturschutzorganisationen bei der Umsetzung von konkreten Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen und in deren Umgebung.

 

 

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