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Bob Reiter
Innovation entsteht an den Schnittstellen wissenschaftlicher Disziplinen

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, auf dem von Bayer veranstalteten Future of Farming Dialogue zur Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen. Hier einige meiner Überlegungen. Landwirte haben eine der wichtigsten und gleichzeitig anspruchsvollsten Aufgaben: Sie müssen immer mehr Menschen auf der Welt ernähren, und das auf nachhaltige Art und Weise. Dabei müssen sie im Verlauf einer Anbausaison mehr als 40 wichtige Entscheidungen treffen. Eine falsche Entscheidung kann fatal sein, denn sie können nicht einfach noch mal von vorne anfangen. Ihr Auskommen für das ganze Jahr kann auf dem Spiel stehen.

 

Noch komplizierter wird es dadurch, dass für jede dieser 40+ Entscheidungen unterschiedliche Tools und Kenntnisse nötig sind. Sie müssen zum Beispiel bestimmen , welches Hybridsaatgut in welchem Feldabschnitt gepflanzt wird, welche Pflanzenschutzmittel verwendet und wie sie angewendet werden und wann genau die Pflanzen zu ernten sind.

 

Und auch wenn sie alle mit Unkraut, Schädlingen, Pflanzenkrankheiten und unvorhersehbaren Wetterverhältnisse zu kämpfen haben, ist die Situation für jeden Landwirt und in jeder Weltregion doch anders. Es gibt kein Patentrezept, das für alle passt, und es gibt auch keine Lösung, die für immer funktioniert. Die Faktoren für eine erfolgreiche Ernte entwickeln sich aufgrund des Klimawandels sowie der Tatsache, dass Unkraut und Schädlinge im Lauf der Zeit gegen Pflanzenschutzmittel resistent werden können, immer weiter.

Bob Reiter
Aus diesem Grund benötigen Landwirte kontinuierlich neue Wirkmechanismen und Technologien, die ihnen helfen, genügend Nahrungsmittel zu produzieren, ohne dabei die natürlichen Ressourcen der Erde zu übernutzen.
Bob Reiter
Head of Research & Development at Bayer, Crop Science Division

Sie brauchen entsprechende Tools, um nachhaltigere agronomische Praktiken anwenden zu können. Sie benötigen umfassendes Wissen zu allen Aspekten ihrer Arbeit, damit sie auf der Grundlage von Daten die besten Entscheidungen treffen können. Und das alles muss in Lösungen gebündelt werden, die auf ihren jeweiligen Betrieb zugeschnitten sind, sodass sie jeden Hektar Land optimal nutzen können. Dabei möchten wir sie bestmöglich unterstützen.

 

Den Weg für wissenschaftliche Durchbrüche ebnen

 

Vor etwa 20 Jahren wurde ich Zeuge davon, wie die traditionelle Pflanzenzüchtung und die neue Wissenschaft der Molekularbiologie verschmolzen, um zuvor unbewältigte landwirtschaftliche Probleme zu lösen. Wie ich in einem kürzlich erschienenen Artikel angemerkt habe, wurde durch das Aufeinandertreffen dieser beiden Welten die Art und Weise, wie wir Pflanzen züchten, grundlegend verändert. Wir konnten Landwirten nun besseres Saatgut zur Verfügung zu stellen, und zwar schneller als je zuvor.

 

Diese Erfahrung hat mich eine Lektion gelehrt, die ich niemals vergessen werde: Durchbrüche in der Wissenschaft entstehen oft dort, wo sich die Wege verschiedener Disziplinen kreuzen.

 

Bei der Division Crop Science von Bayer führen wir marktführende Kapazitäten in den Bereichen Biologie, Züchtung, Chemie, Biologika und Data Science zusammen und ebnen so den Weg für neue Durchbrüche. Bei uns arbeiten mittlerweile fast 8.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Sie arbeiten sowohl intern als auch extern an der Entwicklung von Agrarinnovationen zusammen, von denen die Landwirte – und der Planet – in den kommenden Monaten und Jahren profitieren werden.

 

Nehmen wir zum Beispiel Unkrautbekämpfungslösungen. Bisher wurden Herbizide und herbizidtolerante Pflanzen in unserer Branche getrennt voneinander und nacheinander entwickelt. Es konnte also vorkommen, dass ein Unternehmen über 10 Jahre für die Entwicklung eines neuen Herbizids aufwendete und ein anderes Unternehmen erst nach Abschluss dieser Entwicklungsarbeit damit begann, eine neue, kompatible Herbizidtoleranz zu entwickeln und kommerzielle Saatgutsorten mit dieser Eigenschaft zu züchten, was womöglich weitere 10 bis 12 Jahre in Anspruch nahm. Wenn man von diesen Zahlen ausgeht, verging etwa ein Drittel oder sogar die Hälfte des Arbeitslebens eines typischen Landwirts, bis ein neues Pflanzenschutzmittel auf den Markt kam. Als jemand, der das Leben der Menschen mithilfe der Wissenschaft verbessern möchte, bin ich absolut überzeugt davon, dass unsere Branche das besser machen muss.

Als führendes Unternehmen in der Saatgut- und chemischen Entwicklung kann Bayer nun Herbizide sowie ergänzende, entsprechend herbizidtolerante Produkte gleichzeitig entwickeln und so die Gesamtentwicklungszeit drastisch reduzieren. Diese Art von koordinierter Forschung und Entwicklung wird einmal bessere und nachhaltigere Produkte auf die Ackerflächen bringen – schneller als je zuvor.

 

Zudem sind wir bestens aufgestellt, um die Grenzen des Möglichen zu verschieben, indem wir bessere Technologie mit besseren Datenerkenntnissen kombinieren. Digitale Tools wie Climate FieldView™ bieten datengestützte Empfehlungen und liefern Landwirten fundierte Erkenntnisse für ihre Entscheidungen, beispielsweise dazu, wann genau Fungizide gegen aufkommende Krankheiten zu sprühen sind oder wann, wo und wie viel Stickstoffdünger verwendet werden sollte, um die Erträge zu maximieren, Abfälle zu reduzieren und nachhaltiger zu wirtschaften.

 

Unsere Teams erfüllen alle Voraussetzungen, um Landwirte in Zukunft mit Innovationen zu versorgen und ihnen den Übergang ins digitale Zeitalter zu erleichtern. Doch wir sind uns im Klaren darüber, dass wir nicht die Einzigen sind, die tolle Ideen haben. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern ist daher auch weiterhin entscheidend. Wir werden uns nach wie vor an zahlreichen Kooperationsprojekten wie der Herbicide Innovation Partnership oder Joyn Bio mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor beteiligen.

 

Innovation erfordert nicht zuletzt auch Vertrauen – Vertrauen darin, dass alles, was wir tun, sicher für Mensch und Umwelt ist. Wir werden daher auch in Zukunft transparent über unsere Arbeit und die strengen Sicherheitsstandards berichten, denen die Markteinführung unserer Technologien unterliegt. Außerdem werden wir unseren offenen Dialog mit unseren Stakeholdern und der Gesellschaft fortsetzen.

 

Ich freue mich sehr, Teil dieser nächsten Innovationswelle zu sein, und Landwirte in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Wir werden in den kommenden Jahren zunehmend maßgeschneiderte Lösungen sehen, die Landwirte bei ihren mehr als 40 wichtigen ackerbaulichen Entscheidungen pro Anbausaison unterstützen können. Sie werden schwierige Entscheidungen vereinfachen, Risiken minimieren und die Aussichten auf erfolgreiche Ernten steigern. Schlussendlich werden diese Lösungen und die darin integriertenTools dazu beitragen, eine stabile Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten und kommenden Generationen einen gesunden Planeten zu hinterlassen.