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Liam Condon
Reale Verbesserungen dank virtueller Unterstützung: Wie digitale Tools Landwirten das Leben leichter machen

Digitale Tools transformieren die Landwirtschaft, sowohl auf kleinen Höfen als auch in Großbetrieben, und verbessern die Art und Weise, wie Millionen Landwirte auf der ganzen Welt ihre Pflanzen und ihre Lebensgrundlage schützen. 

 

Ich finde die Vorstellungen verschiedener Menschen zum Thema Landwirtschaft immer sehr interessant. Einige Menschen stellen sie sich wie das Gemälde American Gothic aus dem Jahr 1930 vor, auf dem ein Bauer mit einer Mistgabel in der Hand und seine Frau mit stoischem Gesichtsausdruck vor ihrem Haus stehen. Andere wiederum denken, dass es sich um einen hochgradig mechanisierten Betrieb voller Traktoren und großer Geräte handelt. Die Vorstellungen polarisieren: Bauernhöfe sind entweder groß und hoch technisiert oder klein und kaum technisiert. Das stimmt so jedoch nicht. Genauso wie Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Smartphones verwenden, setzen Höfe jeder Größe digitale Technologien ein, um ihre Pflanzen und ihre Lebensgrundlage zu schützen.

 

2018 habe ich an dem vom Wall Street Journal veranstalteten Global Food Forum teilgenommen, einer jährlichen Veranstaltung, bei der Branchenführer gemeinsam Chancen und Herausforderungen für die Landwirtschaft besprechen. Ich wurde um meine Einschätzung zur datenorientierten Landwirtschaft gebeten und gefragt, ob ich die Digitalisierung für einen echten Durchbruch oder nur einen großen Hype halte. Als Leiter eines der weltweit größten landwirtschaftlichen Unternehmen kann ich mit Gewissheit sagen, dass digitale Tools die Landwirtschaft transformieren und die Art und Weise, wie kleine und große Bauernhöfe wirtschaftlich und ökologisch agieren, verbessern werden. Tatsächlich ist diese Transformation schon im Gange.

Liam Condon
Most people think of farming in its simplest form – planting, growing and harvesting – without realizing that delivering food from the field to the table is extraordinarily complex.
Liam Condon
Board of Management of Bayer AG and President Crop Science

Dabei machen sie sich nicht klar, wie außerordentlich komplex der Prozess ist, durch den sichergestellt wird, dass ein Nahrungsmittel vom Feld auf den Tisch des Verbrauchers gelangt. Unterschiede in puncto Klima, Boden, Wasser, Nährstoffe und Schädlinge können nicht nur zwischen verschiedenen Feldern, sondern auch innerhalb eines Feldes auftreten. Schon vor der Ernte müssen sich die Landwirte Gedanken zur Lagerung und Verteilung machen und sich mit volatilen Märkten und Preisen befassen. Da diese Herausforderungen je nach Standort stark variieren können, gibt es keine einheitliche Strategie, die für jeden Landwirt funktioniert. Und genau hier kann die Digitalisierung etwas voranbringen.

Neue digitale Technologien verbessern die Entscheidungsfindung vor Ort. Facebook kann Fotos von Freunden oder Familienmitgliedern schnell identifizieren und Landwirte können auf eine ähnliche Bestimmungstechnologie auf ihrem Smartphone setzen, mit der sie Pflanzenkrankheiten identifizieren können. In Kombination mit Vorhersagemodellen, die andere Variablen wie die Anfälligkeit von Pflanzen und Wetterverhältnisse berücksichtigen, können Landwirte auf Grundlage von Echtzeitdaten konkrete Entscheidungen treffen, die den Unterschied zwischen einer guten oder einer schlechten Ernte ausmachen können.

 

Wenn Sie je die kluge Alexa nach Restaurants für ein Abendessen gefragt haben, wissen Sie, dass sie Informationen, einschließlich Restaurantbewertungen und Entfernungen, sammelt und verarbeitet. Unsere Pflanzenzüchter verfügen über ihre eigene Version von Alexa, die 1,7 Billionen Permutationen pro Sekunde verarbeiten kann, und ergänzen damit ihre eigene jahrelange Erfahrung. Durch die Kombination des Wissens der Züchter mit unseren cloud-basierten Algorithmen ist sichergestellt, dass nur die qualitativ besten Pflanzen Eingang in das erste Jahr unserer Feldversuche finden, sodass wir den Landwirten neue Sorten wesentlich schneller zur Verfügung stellen können.

Digitale Tools sind nicht nur etwas für große landwirtschaftliche Betriebe. Sie werden dazu beitragen, die „digitale Kluft“ in eine „digitale Dividende“ für Kleinbauern zu verwandeln.
Digitale Tools sind nicht nur etwas für große landwirtschaftliche Betriebe. Sie werden dazu beitragen, die „digitale Kluft“ in eine „digitale Dividende“ für Kleinbauern zu verwandeln.
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Digitale Tools sind nicht nur etwas für große landwirtschaftliche Betriebe. Nahezu 80 Prozent der in den Entwicklungsländern konsumierten Nahrungsmittel werden auf Farmen mit einer Größe von unter zwei Hektar produziert. Diese Kleinfarmen stellen nicht nur eine der wichtigsten Nahrungsmittel- und Einkommensquellen für die jeweiligen Familien und Gemeinschaften dar, sondern treiben auch das Wirtschaftswachstum voran. Kleinbauern in Afrika und Asien verwenden Smartphones und Apps, um Echtzeit-Rohstoffpreise in Erfahrung zu bringen und so sicherzustellen, dass sie beim Verkauf ihrer Waren auf den lokalen Märkten einen angemessenen Preis erhalten. Es ist auch eine zunehmende Nutzung von „Big Data“ durch kleinere Betriebe zu verzeichnen, die auf die Wetterüberwachung, Datenanalysen und interaktive SMS-Tools zurückgreifen, um auf Grundlage von Daten Entscheidungen zu treffen. Es ist noch ein langer Weg zurückzulegen, doch diese Tools werden dazu beitragen, die „digitale Kluft“ in eine „digitale Dividende“ für Kleinbauern zu verwandeln.

 

Um trotz des Klimawandels und einer zunehmenden Urbanisierung die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, müssen wir mehr Nahrungsmittel auf weniger Land und unter Einsatz von weniger Ressourcen produzieren. Unsere Forscher arbeiten mit Klimaforschern zusammen, um die Auswirkungen des sich ändernden Klimas – einschließlich sich ändernder Krankheits- oder Schädlingsvorkommen – auf die Landwirtschaft zu modellieren und herauszufinden, welche Pflanzen in welchen Regionen gedeihen können. Durch die Kombination dieser Modelle mit anderen Technologien, wie z. B. Satellitenbildern, mobilen Anwendungen und verbesserter Pflanzengenetik, werden Landwirte in die Lage versetzt, die Produktion effizient und nachhaltig zu steigern und gleichzeitig unsere wichtigen natürlichen Ressourcen zu schonen.

 

Wenn ich die Bedeutung der Digitalisierung mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich mich für Verbindung entscheiden. Wir sind heute stärker als jemals zuvor mit unserem Planeten und den auf ihm produzierten Nahrungsmitteln verbunden, von den tiefsten Wurzeln bis hin zu den höchsten Satelliten. Digitale Tools stärken diese Bindungen zwischen Landwirten, dem Land und den Menschen, für die sie Nahrungsmittel anbauen. Es geht nicht nur um Daten. Es geht darum, Innovationen zu nutzen und zusammenzuarbeiten, um verbunden miteinander die Ernährung sicherzustellen.